Der Dobermann gehört zu den Hunderassen, die heute extrem mit Vorurteilen zu kämpfen haben aufgrund angeblich negativer Eigenschaften. Und das leider weltweit. Wir treffen immer wieder in Filmen und Serien auf diese Hunderasse, die als blutrünstig dargestellt wird und immer zu den bösen Charakteren gehört. Er übernimmt die Rolle des scharfen, gefährlichen Wachhundes, der jeden Eindringling mit Freude verletzt und zerfleischt. Doch trifft diese Darstellung überhaupt auf den Dobermann zu und entspricht das angeblich gefährliche Verhalten dem Wesen des Tieres? Hier räumen wir mit diesem Vorurteil auf und erklären den tatsächlichen Charakter des Dobermanns.

Gefährlich oder doch ganz anders?

Bereits die Geschichte zur Zucht des Dobermanns lässt auf den heutigen Charakter dieser Hunderasse schließen. Der Steuereintreiber und Hundefänger Louis Dobermann benötigte für seine Arbeit einen tierischen Gefährten, der bereits durch sein Äußeres den Menschen Angst einjagen und sie auf diese Weise zur Vernunft bringen konnte. Daher beschloss er im 19. Jahrhundert, eine ganz eigene, neue Hunderasse zu züchten, wofür er verschiedene Hunderassen aufgrund deren Eigenschaften kreuzte:

  • Alter Schäferhund: Gesundheit, Intelligenz, Härte
  • Deutscher Pinscher: Schnelligkeit, schnelle Reaktionen, Mut
  • Weimaraner: Sehr guter Geruchssinn, Jagdinstinkt
  • Rottweiler: Kraft, Mut
  • Greyhound: Schnelligkeit
  • Manchester Terrier: Glattes Fell, Farbverteilung

Nachdem Herr Dobermann verstarb, wurden von Otto Goeller und Goswin Tischler weitere Verbesserungen und Züchtungen an der Rasse vorgenommen. Am Ende kam eine Hunderasse heraus, die der perfekt Jagd- und Schutzhund ist und sich zudem durch enorme Schnelligkeit auszeichnet. Auch heute ist der Dobermann der ideale Diensthund, und wir treffen ihn als Polizei-, Lawinen- oder Rettungshund an.

Auch wenn sich der Dobermann als mutiger und ehrgeiziger Hund auszeichnet, ist er zudem ein sehr anhänglicher, zutraulicher und kinderfreundlicher Hund, der mit der richtigen Erziehung leicht zu führen ist! Zudem ist er sehr treu, lernt extrem schnell und ist Fremden gegenüber sehr scheu und sensibel. Er ist also alles andere als ein gefährlicher, hinterhältiger Hund. Allerdings wurde er als Schutzhund darauf gezüchtet, bellfreudig zu sein: Daher kein Hund, wenn Sie empfindliche Nachbarn haben.